Zeichen – Sprache – Medien

Teilfach 2

Wir eignen uns die Welt an, indem wir sie deuten. Diese Deutungsprozesse setzen Zeichensysteme – visuelle Codes, Sprachen und Diskursformen – voraus, die von einer Kommunikationsgemeinschaft geteilt werden und ihrerseits Sedimente kultureller Praktiken sind. In diesen Zeichensystemen formen wir Wissen, Erfahrung und Gedächtnis, sie sind damit die primären Medien unseres Weltzugangs und des Zugangs zu uns selbst. Auf ihnen beruhen auch technische Verbreitungsmedien wie Bücher, Presse, Radio, Fernsehen oder das Internet. Für all diese Medien gilt, dass sie durch ihre Materialität und Eigenlogik ganz wesentlich das beeinflussen, was sie vermitteln, und ihrerseits vom Vermittelten nicht unberührt bleiben. Die Analyse der Zeichensysteme, visuellen Codes und Sprachen, der medialen Eigenlogiken sowie der Übersetzungsvorgänge und der Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Sprachen und Medien ist daher zentraler Bestandteil von Kulturanalyse.

Im Teilfach „Zeichen, Sprache, Medien“ lernen die Studierenden, Symbolbildungen und deren konstitutive Rahmenbedingungen, deren Herstellungs- und Transformationsweisen zu analysieren. Sie entwickeln einen Zugang zur jeweiligen Spezifik ebenso wie zur Variabilität bzw. Historizität dieser Zeichenprozesse und analysieren die Bedeutungseffekte, die sich bei Übertragungsprozessen zwischen verschiedenen Medien ergeben. Dies schliesst immer auch die Frage nach den Selbstreflexionspotentialen von Kultur mit ein, wobei deutlich wird, dass unterschiedliche Zeichensysteme und Medien diese ermöglichen, aber auch begrenzen.

In den Blick genommen werden Bilder, Texte, Rituale sowie die Zeichenhaftigkeit von habituellen Verhaltensweisen und Lebensstilen; gefragt wird nach den semiotischen Erzeugungsprozessen von kulturellem Wissen, Werthaltungen und Beziehungsformen ebenso wie nach der diskursiven und medialen Geprägtheit von Denken, Fühlen und Wollen.