Praxis – Subjekt – Macht

Teilfach 3

Subjektivierungsweisen und Formen der Selbstbeschreibung sind genauso wie alle sonstige menschliche Praxis bis hin zur Wissenschaft kulturell vermittelt. Die Studierenden lernen, dass es aus diesem Grund unmöglich ist, in ahistorischer, akultureller oder biologistischer Weise ein „Wesen des Menschen“ zu bestimmen.

Menschliche Praxis ist vielmehr durch semiotische und diskursive Muster und zugleich durch historisch wechselnde materielle Bedingungen geformt. Sie ist überdies stets auf andere bezogen, kommunikativ, intersubjektiv, von Selbstdeutungen und Fremdstereotypen beeinflusst. Das Teilfach „Praxis, Subjekt, Macht“ analysiert Kultur aus der Perspektive des Handelns und Kommunizierens von Subjekten innerhalb von Gesellschaften und Machtverhältnissen. Es macht verständlich, wie Zeichenordnungen, Bilder und Medien – das heisst insgesamt kulturelle Deutungsangebote und Kommunikationssysteme – das Welt- und Selbstverständnis von Subjekten prägen und ihr Handeln anleiten. Die Studierenden lernen zu analysieren, wie handelnde Subjekte in Machtbeziehungen eingelassen sind und diese Machtbeziehungen im Rahmen kultureller Deutungsmuster reproduzieren, neu aushandeln und verändern.

Mit diesem Teilfach wird der semiotischen und medientheoretischen Perspektive von Teilfach 2 der Blick auf die Praxis von Subjekten und damit die Dimension der gesellschaftlichen Beziehungen zur Seite gestellt. Diese Trennung von zwei Perspektiven ist rein analytischer Art, denn Bedeutungs- und Beziehungskonstitution sind interdependent und gleichermassen konstitutiv für Machtstrukturen und Selbstverhältnisse.